Solarer Deckungsgrad SD

QkonvWE Qsolar

Das ist der relative Anteil an Solarwarme zum Gesamtwarmebedarf. Der solare Deckungsgrad SD bezeichnet den Anteil an der notwendigen Gesamtenergie zur Warmwasserbereitung, der von der Solaranlage eingebracht wird. Der solare Deckungsgrad ist ein Mab fur die Einsparung an konventioneller Energie und die wichtigste Kennzahl der Solaranlage.

Ware der solare Deckungsgrad 100 %, so wurde alle Energie solar erzeugt, bei 0 % wurde alle Energie mit dem Zusatzsystem aufgebracht. Realistisch erreichbare Jahres-Deckungsgrade fur die Warmwasserbereitung im Mehrfamilienhaus liegen im Bereich von 30-70 %, fur Systeme mit Heizungsunterstutzung zwischen 20 und 30 %.

Hohe Deckungsgrade bewirken eine hohe Brennstoffersparnis, bringen jedoch den Nachteil von Uberschussen und damit Anlagenstillstandszeiten im Sommer. Niedrigere Deckungsgrade gehen mit weniger oder gar keinen Stillstandszeiten und einer besseren Anlagenausnutzung einher. Die Ruckzahldauer einer Investition wird bei diesen Anlagen im Allgemeinen kurzer sein. Allerdings erreichen sie keine Volldeckung im Sommer und damit keine Betriebsruhe fur die Anlagenteile der Nachheizung im Sommerhalbjahr.

Spezifischer Solarkollektorertrag SE

Der spezifische Kollektorertrag sagt aus, wie viel Warme ein m2 Kollektor in einem Zeitraum liefert.

SE = —^solar——————————————————————————————————————————— (6-3)

^Bruttokoll. fl.

Die maximal mogliche Summe der jahrlich eingestrahlten Energie auf einer waagrechten Fla – che in unseren Breiten betragt etwa 1.100 kWh/m2. Durch Umwandlungsverluste und die Tat – sache, dass im Sommer nicht das gesamte Energieangebot genutzt bzw. verbraucht werden kann, erreichen Solaranlagen jahrliche,,Energieertrage“ von 200-600 kWh/m2.

Dieser Wert hangt primar von der Dimensionierung der Kollektorflache ab. Knapp dimensio – nierte Kollektorflachen liefern hohe spezifische Ertrage, wahrend umgekehrt groBzugig di – mensionierte Kollektorflachen zu niedrigen spezifischen Kollektorertragen fuhren. Der Wert ist ein MaB fur die Intensitat der Nutzung der Kollektorflache, besitzt allerdings nur bedingte Aussagekraft uber die tatsachlich nutzbare solare Energie an der Zapfstelle, da dazwischen noch Speicher – und Zirkulationsverluste anfallen konnen. Eine Anlage mit hohem Kollektorer – trag kann also auch eine sehr verlustreiche Anlage sein.

Eine Anlage kann also nicht allein nach dem solareren Deckungsgrad oder dem Kollektorer – trag beurteilt werden, sondern es mussen beide bekannt sein.

Primarenergiefaktor/p:(entspricht Anlagenaufwandszahl eP) nach EnEV

EnEV Energieeinsparverordnung [6-3]

QP

f=Qp (6-4)

Qe ist die eingesetzte Endenergie (Kap 2.2), fur eine solare Kombianlage die gesamte Warme fur Heizung und Brauchwasser einschlieBlich der Verluste.

QP entspricht der einzusetzenden Primarenergie.

Durch den Einsatz der Solarenergie wird der Primarenergiefaktor reduziert, bei Kombianlagen um bis zu 30 %. Ein erheblicher Teil der benotigten Endenergie wird solar gedeckt. Ein niedri – ger Primarenergiefaktor ist das Ziel bei allen Ansatzen zur Verbesserung der Energieeffizienz.

Solarer Erntefaktor (energetische Amortisationszeit oder auch Erntefaktor)

Diese GroBen beschreiben die energetische Amortisation des Solarteils einer multivalenten Anlage.

Die Energierucklaufzeit oder energetische Amortisationszeit ist die Zeitspanne, die eine Solar – anlage benotigt, um soviel Energie zu erzeugen, wie fur ihre Herstellung benotigt wurde. Marktubliche thermische Solaranlagen amortisieren sich energetisch nach etwa 1-4 Jahren – ihre geschatzte Lebensdauer liegt zwischen 25 bis 30 Jahren, so dass Erntefaktoren bis zu 10 resultieren. Die Energierucklaufzeiten von Photovoltaikanlagen sind vergleichbar: PV – Anlagen auf der Basis von amorphem Silizium liegen ahnlich wie thermische Solaranlagen.

Bei korrekter Datenerfassung und Auswertung kann die Qualitat des Betriebs einer multivalen­ten Anlage gut bestimmt werden. Komplette Ausfalle des Kollektorkreises konnen bei Anwen – dern, die eine systematische Instandhaltung betreiben, sicher innerhalb kurzer Zeit erkannt werden. Je nach Grobe der Liegenschaft und der Intensitat der Inspektionsaktivitat konnen aber erhebliche Zeitraume vergehen, in denen der regenerative Teil der Anlage nicht oder nicht mit voller Leistung arbeitet.

Bei kleinen Kompaktanlagen ist die Situation noch kritischer, falls der Betreiber die Anlage nicht aus einer personlichen Interessenlage heraus intensiv beobachtet. Durch die Verringe – rung des solaren Ertrags vermindert sich der solare Erntefaktor unter Umstanden erheblich, so dass der umweltpolitische Nutzen dieser Anlagentechnik nicht vollstandig erreicht werden kann.

Noch prekarer ist die Situation, wenn es zu einer Verschlechterung der Betriebsqualitat des regenerativen Teils der Anlage kommt, die nicht so erheblich ist, dass sie leicht erkannt wer­den kann. Dann ergibt sich uber lange Zeitraume ein Minderertrag und eine erhohte Umwelt – belastung.

Automatisierte Fehlererkennungsverfahren und Diagnosemethoden werden entwickelt und sollen hier die Situation verbessern.

Literatur

[6-1] www. M-Bus. com

[6-2] www. lno. de/ LonMark Deutschland e. V., Theaterstr. 74, 52062 Aachen [6-3] www. enev-online. de

Updated: August 21, 2015 — 6:12 am