Masse – und Energieflufi

Подпись: 1.3Um den fur eine existente Zivilisation notwendigen volkswirtschaftlichen Prozefi (Produktion und Konsum, Bild 8) aufrechterhalten zu konnen, bedarf es eines standigen Masse – und Energieflusses.

image12

Ausgehend von einem Energiespeicher (Kohle, …) und einem Rohstoff – speicher (Erz, …) findet im Produktionsbereich eine Transformation (Veredelungsprozefi) auf hoherwertige Energie – und Stoff-Formen statt, die dann von der Gesellschaft genutzt (konsumiert) werden. Sowohl beim Produktions – als auch Konsumprozefi werden okologisch schadliche Nebenprodukte freigesetzt, insbesondere auch Abfall. Trotzdem fehlen im volkswirtschaftlichen Prozefi nach Bild 8 Ruckwirkungen jeglicher Art. Dies ist typisch fur herkommliche Wirtschaftssysteme. Ein solcher ruck – wirkungsfreier Prozefi (s* a. Einfuhrungy Abschn. 1) kann dauerhaft nur betrieben werden, wenn eine unendlich grofie Umgebung und somit auch unbeschrankte Energie – und Rohstoffspeicher zur Verfiigung stehen. Dies ist aber vollig irreal, da die Erde endlich ist. Damit der Mensch dennoch langfristig wirtschaften kann, mufi der primitive volkswirtschaftliche Prozefi nach Bild 8 weiterentwickelt, an die Realitat angepafit werden. Es mufi die Umwelt mit ins Kalkul einbezogen werden. Ruckwirkungen sind zu beachten und nicht wie bisher zu ignorieren. Dabei wird die Intensitat des Wirtschaftens aber sicherlich Beschrankungen unterliegen. Die Beschrankungen ergeben sich – wie in jedem Regelkreis – aus den indu- zierten Ruckwirkungen, deren Folgen so klein zu halten sind, dafi sich die Zivilisation und damit die Menschheit nicht durch ihr eigenes Handeln gefahrdet.

Bild 8 Volkswirtschaftlicher Prozefi

Die Hinzunahme der Umwelt und die Beriicksichtigung der Riick – wirkungen allein (Bild 9) geniigen also nicht Damit lafit sich lediglich ein realeres System verbal ten beschreiben, das zeigt, dafi die Lebensbedingun- gen insbesondere durch Riickwirkungen verschlechtert werden. Es sind deshalb Losungen zu suchen, die diese Verschlechterung infolge mensch – lichen Handelns auf ein akzeptables Mafi (Grenzwerte) beschrankeny wobei hier das bereits in Abschn. 1 diskutierte isolierte Wirtschaftssystem ausgeschlossen wird, das die Riickwirkungen durch standige Steigerung des Energieeinsatzes bekampft, das Leben nur auf storanfallige Art kiinstlich stabilisieren kann (Aussterben durch Technikversagen). Ein erster heute erkennbarer Ansatz hin zu einem okologisch vertraglicheren volkswirtschaftlichen Prozefi ist

image13

Bild 9 Volkswirtschaftlicher Prozefi mit Riickwirkungen

das Stoff-Recyding. Der Abfall wird wegen Beschranktheit der Ressourcen und zur Vermeidung gefahrlicher Rlickwirkungen (moderne Abfallwirt – schaft) wieder als Rohs toff quelle genutzt, wozu allerdings auch Energie erforderlich ist (Bild 11). Ein entsprechendes Energie-Recyding ist dagegen prinzipiell nicht moglich, da jede Energienutzung zwangslaufig in der niederwertigen und damit nicht mehr nutzbaren Energieform Warme endet. Auch ein volkswirtschaftiicher Prozefi kann eben kein Perpetuum mobile sein. Zum Antrieb auch dieses Systems mufi standig Nutzenergie bereitgestellt werden. Dies gilt nattirlich ebenso fiir alle regenerativen Energiesysteme. Etwa das in einem Wasserkraftwerk nach der Nutzung abfliefiende Wasser kann nur deshalb wieder in das Ausgangspotential (zur erneuten Nutzung) zuriickgelangen, weil fur den meteorologischen Ruckfiihrungsprozefi (Verdunstung, Abregnen) der externe Antrieb durch die Einstrahlung der Sonne zur Verfiigung steht (Bild 10). Das vermeintlich regenerative Energie-Recycling entpuppt sich so nur als Schein-Recycling.

image14

image15

image16

Bild 10 Meteorologischer Ruckfiihrungsprozefi fiir ein Wasserkraftwerk durch solaren Antrieb

Der heutige volkswirtschaftliche ProzeG wird nur zu einem sehr geringen Anteil durch den natiirlichen, externen EnergiezufluG von der Sonne an – getrieben, Zu diesem Zweck (s. Abschn. 1.1) werden weitgehend nicht regenerierbare Energiespeicher (Kohle, …) ausgebeutet Obwohl dieser zu- satzliche, interne EnergiezufluG noch nicht die GroGenordnung des natur – lichen[1] erreicht hat, sind aufgrund der dabei entstehenden schadlichen Nebenprodukte (Kohlendioxid, …) bereits Riickwirkungen zu erkennen. Es sind gravierende Abweichungen von denjenigen Lebensbedingungen (z. B. signifikante Klimaveranderungen) zu erwarten, die von der Menschheit im vorindustriellen Zeitalter vorgefunden wurden. Wesent – lich ist in diesem Zusammenhang die mittlere Welttemperatur, die sich – wie bei jedem Heizungssystem – aus dem EnergiezufluG (hier durch Sonne und technische Warmequellen) und dem WarmeabfluGgesetz (Isolierung) ergibt Die Isolierung ist hierbei die Atmosphare, die zu – sammen mit dem die Erde umgebenden Weltraum als Warmesenke uberhaupt erst Leben ermoglicht Die thermischen und andere Eigen – schaften dieser Isolierung werden durch die Nebenprodukte der Zivili – sation so verandert, daG Riickwirkungen entstehen, die wiederum die Lebensbedingungen verandern. Da die Erde auf Dauer weder die von der Sonne eingestrahlte noch die durch konventionelle Technik zugefuhrte Energie speichern kann[2], muG im zeitlichen und ortlichen Mittel thermisches Gleichgewicht herrschen. Dies ist nur moglich, wenn die insgesamt eingeflossene Energie (Quelle) gerade wieder in den Weltraum (Senke) abgestrahlt wird. Aus dieser Bedingung fur thermisches Gleichgewicht (Bild 11)

Подпись: (1.5)E Sonne + ^Tech — E Weltraum (Atmosphare (E Tech))

ergibt sich die mittlere Welttemperatur der Erdoberflache Те, die wegen der negativen Beeinflussung der Atmosphare (WarmeabfluGgesetz) – infolge der konventionell genutzten, okologisch nicht angepaGten Technik – in Zukunft ansteigen wird. Ziel einer alternativen Technik muG daher vordringlich die Entkoppelung des WarmeabfluGgesetzes vom menschlichen Wirtschaften und die Wiederherstellung des naturlichen Strahlungsgleichgewichts sein. Im Idealfall bedeutet das:

E Sonne – E Weltraum mit E Tech = 0

Подпись: (1.6)Подпись: natiirlichbei Те = Їе

image17

Damit dennoch der volkswirtschaftliche Prozefi betrieben werden kann, mufi die alternative Technik signifikant solar gepragt sein. Die ein – gestrahlte solare Energie als Antrieb wird lediglich zwischengenutzt und in ihrer naturlichen Endzustandsform als Warmeenergie wieder abge – strahlt Die Beschrankung einer solch solaren Energiewirtschaft ergibt sich aus dem beschrankten Energieangebot durch die Sonne und der Effizienz der eingesetzten Solartechnik einschliefilich Stoff-Recycling. Der Idealfall des rein solar angetriebenen volkswirtschaftlichen Prozesses ist in Bild 11 zusammenfassend dargestellt.

Bild 11 Idealfall eines vollstandig solar angetriebenen volkswirtschaft­lichen Prozesses mit Stoff-Recycling

Leave a reply

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>